40 Gründe, warum wir Tierversuche in der Forschung brauchen

Diese Punkte wurden erstellt, um eine zugängliche Quelle für jedermann anzubieten, der über die Verwendung von Versuchstieren in der Forschung diskutieren möchte. Veränderungs- oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Liste sind willkommen.

Allgemeine Punkte

  • Tierversuche haben eine entscheidende Rolle in fast allen medizinischen Durchbrüchen im letzten Jahrzehnt gespielt
  • Fast jeder Nobelpreisträger in Physiologie oder in der Medizin seit 1901 war auf Daten aus Tierversuchen für deren Forschung angewiesen
  • 95% unserer Gene sind identisch mit denen einer Maus; dies macht Mäuse zu einem effektiven Modell für den menschlichen Körper
  • Tiere und Menschen sind sehr ähnlich; wir haben die gleichen Organsysteme, die mehr oder weniger die gleichen Aufgaben bewältigen
  • Tiere leiden unter ähnlichen Krankheiten, an denen auch Menschen erkranken, wie Krebs, TB, Grippe und Asthma.
  • Die gesammte tierärztliche Forschung war auf Tierversuchen aufgebaut.
  • Methoden, die keine Versuchstiere benötigen, spielen eine wichtige Rolle in der biomedizinischen Forschung; diese können jedoch nicht gänzlich die Verwendung von Versuchstieren vermeiden
  • In-vitro Methoden, wie Zellkulturen und Computermodelle, spielen eine wichtige Rolle in der Vervollständigung der Daten aus Tiermodellen.
  • Viele Medikamente für Tiere sind die gleichen Medikamente, die auch für menschliche Patienten verwendet werden: zum Beispiel Antibiotika, Schmerzmittel und Beruhigungsmittel.
  • Moderne Narkosemittel, der Tetanusimpfstoff, Penizillin und Insulin waren allesamt auf Tierversuche in ihrer Entwicklung angewiesen.
  • Moderne chirurgische Techniken, wie Hüftimplantate, Nieren- und Herztransplantationen, sowie Bluttransfusionen, sind in Tierversuchen perfektioniert worden
  • Bildgebende Verfahren wie Computer – und Magnetresonanztomographie wurden unter Verwendung von nicht-humanen Tieren entwickelt.

Beispiele aus der Medizin

  • Tierversuchen, in erste Linie an Mäusen, ist es zu verdanken, dass die Überlebensraten von Krebspatienten gestiegen sind und weiter steigen.
  • Herceptin – ein humanisiertes Mausprotein – half die Überlebensrate von Brustkrebspatienten zu steigern; dies hätte nicht erreicht werden können ohne Tierversuche an Mäusen
  • Tierversuche führten zur Entwicklung von Hoch-Aktiven-Anti-Retroviralen Therapien (HAART); AIDS ist nicht das Todesurteil mehr, welches es vor 30 Jahren war.
  • Auch wenn Fleming das Penicillin ohne Tierversuche entwickelt hat, teilt er sich den Nobelpreis mit Florey und Chain, die mit Hilfe von Mausversuchen entdeckt haben, wie Penicillin im Körper genutzt werden kann, um Infektionen zu bekämpfen
  • Tierversuche haben zur Entwicklung von Asthmainhalatoren geführt. Rund 30 Millionen Menschen in Europa sind von der Erkrankung (1) betroffen und rund 15,000 Menschen sterben jährlich in Europa an den Folgen eines Asthmaanfalles (2).
  • Tierversuche haben bei der Entwicklung von modernen Impfstoffen, wie die gegen Polio, TB, Meningitis, humanen Papillomavirus (HPV), der mit Gebährmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden konnte, geholfen und kürzlich konnte auch der Impfstoff gegen Ebola aus einem modifizierten Erkältungsvirus von Schimpansen und einem Ebolaprotein entwickelt werden.
  • Die Entwicklung von Tamoxifen durch Tierversuche, führte zu einer Abnahme von 30% der Sterberate verursacht von Brustkrebs in den 1990ern.
  • Patienten mit Diabetes Typ I, dessen Anstieg der Häufigkeit um 3% jährlich geschätzt wird, sind auf Insulin angewiesen – welches durch Experimente an Hunden und Kaninchen entwickelt wurde (3)
  • Die Pocken konnten gänzlich aus der Welt ausgemerzt werden – den Tierversuchen ist es zu danken.

Statistiken

  • Alles in allem machen Hunde, Katzen und Primaten weniger als 0,2% der Versuchstiere aus
  • Mäuse, Ratten, Fische und Vögel wurden in mehr als 90% der Fälle als Versuchstiere genutzt
  • 11,5 Millionen Tiere wurden 2011 für Tierversuche in Europa verwendet (4), während die Lebensmittelindustrie 44 Millionen Tonnen (44 Billionen Kilogramm) von Fleisch zum Konsum produzierte
  • Hauskatzen töten im Durchschnitt rund 5 Millionen Tiere wöchentlich – das ist mehr als die Gesamtzahl der Tiere, die für die biomedizinische Forschung jährlich verwendet wird
  • Die Zahl der Versuchstiere nahm zwischen 2008 und 2011 ab: Hunde (16%), Nager (7%), Katzen (9%), Schweine (17%) und nicht-humane Primaten (36%)

Verordnungen

  • Die Normen des Tierschutzes für Labortiere in Europa sind in der Richtlinie 2010/63 umschrieben.
  • Alle Tierforscher, Projekte und Einrichtungen, die Tierversuche ausführen oder mit Tierversuchen in Verbindung stehen, müssen von nationalen Behörden authorisiert werden
  • Ethikkommissionen werden einberufen, um den potentiellen Nutzen der jeweiligen Tierversuche mit dem eventuellen Leiden der Versuchstiere abzuwägen. Der Tierschutz ist untermauert durch die 3R’s – es besteht die Auflage, Tiere durch Alternativen zu ersetzen (replacement), experimentelle Techniken zu verfeinern (refine) und die Anzahl der verwendeten Versuchstiere zu reduzieren (reduction)
  • Tierversuche dürfen nur dann in Europa ausgeführt werden, wenn wirklich keine passende Alternative ohne Tiere gefunden werden kann

Zitate

  • “Amerikaner leben länger und gesünder und wir haben einen Groβteil dieses Erfolgs der biomedizinischen Forschung zu danken.” Dr. Robert Palazzo, Präsident der Vereinigung der Amerikanischen Gesellschaft für experimentelle Biologie (FASEB)
  • “Forschung an Tieren und Tierversuche haben in fast jedem medizinischen Durchbruch im letzten Jahrhundert eine Rolle gespielt. Dies hat mehrere Millionen Leben weltweit gerettet…” – Joan Ryan, ehemaliger Britischer Innenminister
  • “Ohne die Forschung an Tieren würde die Medizin stehen bleiben. Denken Sie an Organtransplantationen. Ohne Tierversuche wäre nichts desgleichen möglich gewesen.” – Giuseppe Remuzzi, Präsident der internationalen Gesellschaft für Nephrologie.
  • Der ‘Nuffield Council on Bioethics’ stellt fest, dass: “die Produktion eines neuen Medikamenten ein langwieriger und komplexer Prozess ist…Experimente an Tieren spielen eine unabkömmliche Rolle”
  • Der ehemalige CEO der medizinischen Forschungsgemeinschaft von Grossbrittanien Prof. Colin Blakemore erklärt, dass “[Primaten] wirklich nur dann genutzt werden, wenn keine andere Tierart und keine alternative Herangehensweise besteht, die Antworten über Erkrankungen wie Alzheimer, Schlaganfall, Parkinson, Wirbelsäulenverletzungen, Störungen im Hormonhaushalt und Impfstoffe gegen HIV liefern kann.”
  • Albert Sabin, der Entwickler vom Polioimpfstoff sagt: “Ohne Tierversuche würde Polio jedes Jahr immer noch tausende Leben fordern.
  • “Nicht-humane Primaten spielen eine kleine, aber essentielle Rolle nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch in der angewandten biomedizinischen Forschung. Die überwiegende Mehrheit von nicht-humanen Primaten wird für die Entwicklung und Prüfung von neuen Medikamenten und Impfstoffen genutzt. Der aktuelle Ausbruch von Ebola zeigt die lebensrettende Bedeutung einer solchen Forschung und Kontrolle.” – Prof. Stefan Treue vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen

Reaktionen

  • Tierversuche zur Prüfung von Kosmetika sind in Europa seit 2004 verboten
  • Die Europäische Union (EU) hat seit März 2013 ein Verkaufsverbot von jeglichen Kosmetika oder Inhaltstoffen von Kosmetika, die an Tieren getestet wurden, erlassen
  • Die Forschung an Menschenaffen (Orang-Utans, Bonobos, Gorillas und Schimpansen) ist in den Niederlanden, Neuseeland, Grossbrittanien, Schweden, Deutschland und Österreich verboten.
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