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191 Forschungsinstitutionen unterzeichnen Erklärung zur Unterstützung des Europäischen Gesetze zum Schutz der Tiere in der wissenschaftlichen Forschung

PRESSEMITTEILUNG

London, 10. November 2015

191 Organisationen haben die Erklärung unterschrieben, die heute von der European Animal Research Association (EARA) zur Unterstützung der EU Direktive zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere veröffentlicht wurde. Diese vereinten Bemühungen illustrieren, dass wir weiterhin auf verantwortungsbewusste Tierversuche in der Grundlagenforschung sowie Human- und Tiermedizin angewiesen sind. Diese Erklärung geschieht zeitgleich mit der Frist zur Veröffentlichung der jährlichen Tierversuchsstatistiken für die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission. Die Mitgliedsstaaten müssen zum ersten Mal diese Zahlen offenlegen, aufgrund der Europäischen Direktive 2010/63/EU – zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere.

Diese neuen Vorgaben, beschrieben in Paragraphen 1, 2 und 3 des Artikel 54 der Direktive, beinhalten das Melden von Tieren am Ende jedes Experiments, genauso wie die Schwere der Prozeduren die ein Tier während seiner Lebenszeit durchläuft. Dieses neue Meldesystem gehört zu einer Reihe anderer Vorgaben mit der die Direktive sicherstellen will, dass hohe Tierschutznormen dauerhaft eingehalten werden. Die Direktive unterstützt auch die Entwicklung von Alternativen Methoden, die Verbesserung bestehender Methoden, die Verringerungen von Tierzahlen und die Vermeidung von Forschung an Tieren wo immer möglich.

Kirk Leech, Vorsitzender der European Animal Research Association sagt dazu:

„Diese gemeinsame Erklärung ist ein deutliches Zeichen der europäischen Forschungsgemeinschaft die Rolle von Tiere in der biomedizinischen Forschung zu unterstützen. Forschung an Tieren hat zu vielen Verbesserungen in der Medizin geführt, was bedeutet dass wir jetzt erfolgreich Krankheiten behandeln können, wie zum Beispiel Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Grundlagenforschung braucht Forschung an Tieren: manche Fragen sind zu komplex, um sie mit Hilfe von Zellkulturen in der Petrischale beantworten zu können.

„Diese Erklärung zeigt die geteilte Verpflichtung gegenüber der Werten und Bestimmungen welche die EU Direktive vorgibt und die sicherstellt, dass verantwortungsvolle Forschung an Tieren in Europa weiter vorn stehen wird.“

Mit der Evaluation der Direktive 2010/63/EU in 2017 als Teil des normalen europäischen Legislativ Verfahrens, zeigt die EARA Erklärung, dass eine große Anzahl an öffentlichen und privaten Wissenschaftsorganisationen europaweit zusammen hinter der Direktive stehen, und ihrer Rolle in der Sicherung der führenden Position Europas in der biomedizinischen Forschung, in der Tiere einen kleinen aber fundamental wichtigen Part übernehmen, unterstützen.

ENDE

Hinweise an die Redakteure:

Die European Animal Research Association (EARA) ist eine Kommunikations- und Advocacy Organisation, dessen Mission es ist sich europaweit für die Interessen der biomedizinischen Forschung und Gesundheitsentwicklung einzusetzen. Mit der Bereitstellung von akkurater und Evidenz-basierter Information über biomedizinische Forschung an Tieren will EARA informieren, lehren und die Öffentlichkeit zusammenführen um Forschung an Tieren zu unterstützen und eine bilanzierte Diskussion voranzutreiben.

Medienanfragen:

Dr. E. Martinez Sanchez, EARA Presse- und Kommunikationsverantwortliche,

+44 (0) 79 5501 5386, esanchez@eara.eu

#Support201063EU: Forscher und Bürger

Die Meinung über Forschung an Tieren ist geteilt zwischen Forschern und Bürgern: 92% aller Forscher unterstützen die Forschung an Tieren (Nature, 2011), wohingegen nur 66% aller europäischen Bürger der gleichen Meinung sind (Eurobarometer, 2010, P. 62). Aufgrund dieses Unterschiedes in der Akzeptanz ist es wichtig, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft deutlich ausspricht, welche wichtige Rolle der Direktive 2010/63/EU beim Schutz der Tiere, die noch in der biomedizinischen, veterinärmedizinischen und Grundlagenforschung zum Einsatz kommen, zukommt.understanding gap_Dec2015

In Namen von leitenden europäischen biomedizinischen Wissenschaftsorganisationen und -gesellschaften, Industrievertretern, Universitäten und Patientengruppen, hat die European Animal Research Association (EARA) eine Erklärung zur Unterstützung der Direktive 2010/63/EU veröffentlicht. Mit der anstehenden Evaluierung der Direktive in 2016, wollen wir alle Organisationen, die auf Forschung mit und an Tieren angewiesen sind, aufrufen die Erklärung zu unterschreiben und diese über ihre Netzwerke zu verbreiten.

Schließen sie sich uns an und verbreiten sie die Erklärung unter dem Hashtag #Support201063EU.

Leibniz Gemeinschaft Videos

Die Leibniz Gemeinschaft hat eine Reihe von Videos über Tierversuche in ihren Instituten veröffentlicht. Dort erklären die Wissenschaftler/innen, warum ihre Forschung wichtig ist, warum für diese Forschung Tierversuche benötigt werden und wie es ist, mit den Tieren zu arbeiten. Die Videos geben Einblicke in sehr verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Tiermodelle. Dabei schaffen sie es, auf eine faszinierende Weise umfassende Informationen zu vermitteln. Wir gratulieren der Leibniz Gemeinschaft für diese großartige Arbeit zur Förderung der Offenheit und Transparenz um ihre Tierforschung.

Prof. Dr. Stefan Treue, Präsidiumsbeauftragter der Leibniz-Gemeinschaft für Tierschutz, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen

Prof. Dr. Stefan Treue ist Präsidiumsbeauftragter für Tierschutz in der Leibniz-Gemeinschaft und Direktor des Deutschen Primatenzentrums. In diesem Film stellt er sich verschiedenen Fragen rund um Tierversuche: Warum gibt es sie? Wie werden sie gemacht? Wie sind sie geregelt? Und warum ist eine offene Diskussion so wichtig?

Dr. Cliodhna Quigley, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen

Dr. Cliodhna Quigley erforscht visuelle Aufmerksamkeit bei Rhesus Affen. Ein großer Teil ihrer Arbeit ist der Umgang und das Training der Affen. In diesem Video erklärt sie, wie wichtig es ist, dass es den Tieren gut geht. Sie gibt Einblicke in ihre Forschung und spricht über die emotionale Bindung zu den Affen.

Dr. Dirk Montag, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg

Dr. Dirk Montag beschäftigt sich mit der Frage, wie Lernen und Gedächtnis funktioniert. Dafür macht er Tierversuche mit Mäusen. In diesem Video zeigt er, wie er mit den Tieren umgeht und dass es notwendig für die Forschung ist, dass es den Tieren gut geht. Er erklärt nicht nur, wie seine Forschung Alzheimer Patienten hilft, sondern auch, wie wichtig Grundlagenforschung ist.

Dr. Tanja Maritzen, Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie, Berlin

Dr. Tanja Maritzen untersucht, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren und warum eine Übererregung, wie bei einer Epilepsie, entstehen kann. Hier spielt ein bestimmtes Protein eine wichtige Rolle. Dank einem speziellen Mausmodell, das dieses Protein nicht besitzt, erhält sie wichtige Erkenntnisse über die Kommunikation im Gehirn. In dem Video erklärt sie ihre Forschung und warum Tierversuche wichtig für die Medizin sind.

Prof. Dr. Ilse Denise Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie

Prof. Dr. Ilse Jacobsen ist Tierärztin und Mikrobiologin. Sie möchte gefährliche Pilzinfektionen näher verstehen, damit betroffenen Patienten besser geholfen werden kann. Dazu ist sie auf Versuche mit Mäusen angewiesen. In diesem Video zeigt sie, wie sie diese Versuche durchführt und spricht über die Verantwortung, die sie als Wissenschaftlerin dabei hat.

Dr. Sandra Düpjan – Leibniz-Institut für Nutztierbiologie

Dr. Sandra Düpjan beschäftigt sich mit Emotionen bei Hausschweinen. Mittels Verhaltenstest kann sie verschiedene Charaktereigenschaften erkennen, zum Beispiel wie optimistisch einzelne Tiere sind. Das Wissen über die Emotionen der Tiere kann helfen die Haltungsbedingungen von Millionen von Schweinen in der Landwirtschaft zu verbessern.

Deutsche Primatenzentrum Video

Ein Blick hinter die Tür eines neurowissenschaftlichen Labors erlaubt ein Video, welches das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen gedreht hat. Die Forscher der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften beschäftigen sich mit den komplexen Fragen der Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn. Wie schafft es unser Gehirn unter zahllosen Sinneseindrücken die relevanten herauszufiltern und uns dann richtig auf sie reagieren zu lassen? Um den Antworten auf die Spur zu kommen kombinieren die Forscher verschiedene neurowissenschaftliche Methoden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Messung der Reaktionen von Nervenzellen im Gehirn wacher Rhesus Affen.

DPZLeicht verständlich erklären die Forscher nicht nur den Hintergrund ihrer Forschung, sondern gewähren auch einen offen Einblick auf die Arbeit mit den Rhesus Affen. Es wird die Haltung der Tiere gezeigt, wie man mit ihnen im Labor arbeitet und der Frage nachgegangen, warum man auf die Versuche mit Affen in der Hirnforschung nicht verzichten kann.

Das Video ist beispielhaft und vorbildlich für einen transparente Darstellung von Forschung. Wir gratulieren dem Deutschen Primatenzentrum zu diesem gelungen Beitrag, der die öffentliche Debatte um Tierversuche und Forschung um ein Stück objektive Information bereichert.

 

Verfälschtes Filmmaterial des Max-Planck-Instituts in Tübingen.

Die ‘European Animal Research Association’ (EARA) verurteilt die verdeckten Ermittlungen am Max-Planck-Institut für Biokybernetik (MPI) in Deutschland, die durch die Deutsche Tierschutzgruppe SOKO Tierschutz in Zusammenarbeit mit der Britischen Gerwerkschaft für die Abschaffung der Tierversuche (BUAV) durchgeführt wurden.

EARA unterstützt die Verwendung von nicht-humanen Primaten (NHP’s) zur Erforschung der neuronalen Mechanismen von psychiatrischen und neuropathologischen Erkrankungen. Alternative Methoden zur Erforschung der neuronalen Ursachen von psychiatrischen und neurologisch pathologischen Erkrankungen, wie die von der BUAV erwähnte funktionelle Kernspintomographie (fMRI), sind Wechselwirkungsstudien, die die grundlegende Frage des Zusammenhangs zwischen ‘Ursache und Wirkung’ nicht beantworten. In diesen Fällen werden weiterhin Tiermodelle benötigt. Verdeckte Ermittlungen stellen eine große Bedrohung für die wissenschaftliche Gesellschaft und dem allgemeinen Aufschwung der biomedizinischen Forschung dar. Diese Art von Filmmaterial ist manipuliert, um eine emotionale Reaktion der Zuschauer hervorzurufen und stellt in keinster Weise die Realität dar. Ein klarer Beweis hierfür ist, dass das Video lediglich eine Länge von 7 Minuten hat, während die Untersuchungen 7 Monate andauerten.

EARA fordert die Deutsche wissenschaftliche Gemeinschaft und die Öffentlichkeit auf, diese verfälschten Anschuldigungen zurückzuweisen und somit dem Max-Planck-Institut Rückendeckung zu bieten. Einige angesehene Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen haben schon deren fachkundige Unterstützung gegeben:

Professor John Duncan, von der Fakultät für experimentelle Psychologie der Universität Oxford sagt: “In den letzten 15 Jahren haben wir ein noch nie dagewesenes Wachstum unseres Wissens der Hirnfunktionen mittels Kernspintomographieversuchen gesehen. Die Kernspintomographie bildet einen Mittelwert der Signale von Millionen einzelner Nervenzellen oder Neuronen, jedoch ist genau diese detaillierte elektrische Kommunikation zwischen den Neuronen ein Schlüsselelement, welches es ermöglicht, die Arbeitsweise des Gehirns zu verstehen. Die MPI Forschungsgruppe ist weltweit führend in der Schließung der Lücke zwischen der Forschung mit Hilfe von bildgebenenden Verfahren und den Studien an einzelnen Neuronen – beide sind von essentieller Bedeutung, um Studien zur menschlichen Gesundheit und Erkrankungen zu verstehen und den langfristigen Bedarf an Tierversuchen zu verringern.

Professorin Kristine Krug, von der Fakultät für Physiologie, Anatomie und Genetik der Universität Oxford sagt: “Mit ihrer bahnbrechenden Forschung an der Korrelation von bildgebenden Verfahren des Gehirns und der tatsächlichen Hirnaktivität, haben die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biokybernetik einen bedeutenden Beitrag für die Hirnforschung geliefert und zur klinischen Anwendung des 21. Jahrhunderts beigetragen. Schlaganfallpatienten, Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen und anderen Hirnverletzungen profitieren bereits von der klinischen Anwendung der neuesten Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung.”

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News, Pressmitteilungen vom 12. September 2014.